Die Gehaltsfrage


Gehaltsverhandlungen finden immer über ein Brutto-Jahresgehalt statt. Also bei der Frage nach dem Wunschgehalt bitte keine Angaben wie "ja, so ca. 1500 Euro netto". Das ist ziemlich unprofessionell und auch unklug: da wird schnell eingeworfen, dass in der Firma nur 12 Gehälter gezahlt werden oder ähnliches. Bei der Nennung eines Jahresgehaltes ist es eigentlich egal, ob es in 12 oder 13 Gehältern gezahlt wird.

Verspricht die Firma einen Bonus nach Geschäftslage, dann sollte - sofern er in das verhandelte Jahresgehalt einfließt, ein "Mindestbonus" mit im Vertrag aufgenommen werden. Ansonsten ist der Bonus eine freiwillige Leistung und man hat kein Anrecht darauf. Hat man sich für die Probezeit auf ein geringeres Gehalt herunterhandeln lassen, sollte auch die Gehaltserhöhung nach der Probezeit im Arbeitsvertrag aufgenommen werden. Generell bitte alle mündlichen Vereinbarungen im Vertrag festlegen lassen, denn sie zählen nicht. Jeder zukünftige Chef wird das verstehen und wenn er diese Vereinbarungen wirklich ernst meint, hat er auch nichts gegen eine vertragliche Festlegung.

Eine der schwierigsten Fragen bei einer beruflichen Neuorientierung ist sicherlich: was bin ich derzeit auf dem Arbeitsmarkt wert? Gerade, wenn man bereits einige Jahre im gleichen Unternehmen gearbeitet hat, fehlt einem der Überblick. In einem Unternehmen bewegt man sich ja meist nur um ein paar Prozent oder hat feste tarifliche Vereinbarungen. Und der Wechsel sollte ja auch möglichst mit einer finanziellen Verbesserung verbunden sein.

Dazu gibt es im Internet auch Statistiken (s. unten). Diese sind jedoch sehr vorsichtig einzuschätzen. Denn was man nicht bedenkt: Die Statistik ist halt auch nur ein repräsentativer Querschnitt. Die Gehaltssituation in Deutschland ist sehr regionsabhängig. Während in Süddeutschland (Frankfurt, Stuttgart und München) geradezu Spitzengehälter gezahlt werden, sieht es im Norden, Westen und insbesondere im Osten Deutschlands völlig anders aus.
Dabei ist jedoch zu bedenken: gerade in den genannten Städten sind die Lebenshaltungskosten um etliches höher als z.B. im Ruhrgebiet (ca. 20%) und die Mieten ca. 50% höher.

Hier gibt es Vergleichstabellen:

Jobpilot Gehaltsratgeber (Gehaltstest und ein "Gehaltsbarometer")

Sehr umfangreich ist der Gehalts-Check. Hier findet man Statistiken, Profile und einiges mehr.

Der Focus liefert einige interessante Tabellen und bietet einen persönlichen Gehalts-Check an (für 18 EUR).

Mein Tipp ist deshalb: Unterhaltet euch mit einem Personalberater. Der kann euch auch sachliche Auskunft geben, wie der derzeitige Gehaltsstatus in eurer angestrebten Position ist. Er wird ein akzeptables Gehalt nennen, denn er ist einerseits von seinem Auftraggeber abhängig, bekommt aber andererseits eine Vermittlungsprovision, die prozentual vom Gehalt des Vermittelten abhängt. Mehr dazu im Kapitel Personalberater.


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