

Das Mittelalter bietet eine schier unerschöpfliche Auswahl an Märchen, Mythen und Sagen, über deren Ursprünge sich die Historiker noch heute im Unklaren sind.
Es war die Blütezeit des Aberglaubens. Ängste, Hoffnungen und Befürchtungen der Menschen wurde kunstvoll in Geschichten, Balladen und Lieder gekleidet und durch das Land getragen. Es war die Zeit der Barden, Bänkelsänger, der Geschichtsschreiber und Märchenerzähler, die in Dörfern und Schlössern gleichermaßen ihre Kunst zum Besten gaben.
Hier ist der Ursprung für viele Märchen, die auch heute noch bekannt sind. Auch in der modernen Fantasy finden sich überwiegend Elemente aus dem Mittelalter: Ritter, Burgfräulein, Kreuzfahrer, Schelme und auch Fabelwesen, wie Elfen, Zwerge und Drachen.
Die Heldensagen sind
immer eine Mischung zwischen tatsächlicher Geschichte und Mythologie. Die
Nibelungen und auch die Sagen um König Artus sind gute Beispiele dafür.
Die Bemühungen der Barden und Geschichtenerzähler, Politik und Machtausübung
dem Volk zu erklären, und die Ausschmückung der Tatsachen - ob im
Sinne der Machthabenden oder nicht - hat zu Verfremdungen geführt. Unerklärliches
und Nichtverstandenes wurde den Göttern zugeschrieben. So entstanden die
Sagen, die uns auch heute noch begleiten. Eine kurze Auffrischung gibt es im
Folgenden:
Die Heldentaten des jungen Siegfried
Dietrich von Bern (Theoderich der Große)
Das Schwert im Stein (Artussage)
Robin Hood
Die Schelmengeschichten
haben eine ganz andere Bedeutung. Sie sind oft versteckte Kritik an Obrigkeit
und Bürokratismus, sozialpolitische Satire und vergleichbar mit dem heutigen
Kabaret. (Nicht umsonst hat Kästner diese Geschichten während seines
Schreibverbotes im 3. Reich nacherzählt). Die Schildbürger und Till
Eulenspiegel kämpfen nicht mit Schwertern, sondern mit den Waffen der kleinen
Bürger: Schläue und Initiative - und Dummstellen.