
Briefe
in die chinesische Vergangenheit
Als ich ganz frisch vom Ruhrgebiet nach Bayern gezogen war, bekam ich dieses
Buch geschenkt, damit es mir die Eingewöhnung erleichtern sollte. Es handelt
von einem chinesischen Mandarin, Kao-tai, der mittels einer Zeitmaschine den
Sprung vom 10. Jahrhundert in das 20. Jahrhundert wagt. Aufgrund der nicht berechneten
Drehung der Erde landet er jedoch in München. Er braucht eine Zeit, um sich
an das moderne Leben zu gewöhnen, doch er schreibt jedes seiner Erlebnisse in
Briefe, die er mittels der Zeitmaschine an seinen Freund in der chinesischen
Vergangenheit schickt Seine Sicht der Dinge, seine manchmal naive und manchmal
weltkluge Interpretation westlicher Gebräuche und seine hohe Moralvorstellung
lassen den Alltag in einem anderen Licht erscheinen. Der Mandarin hat auch kleine
Schwächen: er mag den Brauch des Brandopfers mittels "Da-wing-do" und den Geschmack
von "Mo-te Shang Dong". Und er mag die Frauen Unser Mandarin macht sich auch
Gedanken über die politische Situation und über den Wahlkampf, der gerade in
Min-chen geführt wird. Auch bayerische Gebräuche werden neu interpretiert und
mit der chinesischen Lebensart verglichen.
Die
große Umwendung. Neue Briefe in die chinesische Vergangenheit
Von seinem zweiten Besuch in unserer Zeit erzählt Rosendorfer in "Die große
Umwendung - Neue Briefe in die chinesische Vergangenheit". Nun landet Kao-tai
im Deutschland nach der Wende und er schreibt unbefangen über "Os-sis" und "Wes-sis"
und philosophiert über Le-ning und politische Umstürze. Diesmal führt seine
Reise weiter, nach "Lom" (Rom) und in die Stadt "Großer Apfel". Manchmal ist
es übrigens nicht so einfach, die chinesischen Namen zu übersetzen. Ein zusätzlicher
Spaß dieser Bücher - man muss schon ein wenig darüber nachdenken. Herbert Rosendorfer
ist für die Bayern eine Art Volksschriftsteller, trotzdem er nicht in Bayern
geboren ist - er wurde in Bozen geboren. Aber er hat in München studiert, ist
promovierter Jurist und Professor für bayerische Literatur. Er war lange als
Richter in München tätig und von 1993 bis 1997 in Nauburg/Saale. Rosendorfer
hat viele ironische Romane und Kurzgeschichten geschrieben
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