
Anant Kumar ist Autor indischer Herkunft und wurde 1969 in Kattihar im nordindischen Bundesstaat Bihar geboren. Deutsch lernte der Sohn einer Lehrerfamilie am Goethe-Institut in Neu-Delhi, bevor er 1991 nach Deutschland kam. Er studierte 1991 bis 1997 Germanistik, Deutsch als Fremdsprache und Sozialgeographie an der Universität Kassel. 1998 schloss er das Studium mit einer Magisterarbeit über Alfred Döblins Roman "Manas" ab. Anant Kumar ist Mitglied im VS (Verband deutschsprachiger Schriftsteller), Literatur Gesellschaft Hessen e.V., Interessengemeinschaft deutschsprachiger SchriftstellerInnen e. V. (IGdA), Bundesverband junger Autorinnen und Autoren, Bonn und Neue Gesellschaft für Literatur Berlin e.V. Er hat in zahlreichen Literaturzeitschriften und Anthologien veröffentlicht sowie mehrere Einzelveröffentlichungen vorzuweisen. (Diese Informationen stammen von seiner eigenen - sehr schönenen Website).
Die
galoppierende Kuhherde. Essays und andere Prosa
mit Grafiken des renommierten Künstlers Michael Blümel.
Geschichten eines Inders in Deutschland - ganz alltägliche Dinge mit einer
gehörigen Portion Humor gesehen. Nahverkehr, Damenhandtaschen (s. auch
meine Kurzgeschichten), deutsche Esskultur - ob es die Natur ist oder die Natur
der Deutschen: Kumar sieht alle kleinen Eigenheiten und Erlebnisse mit liebevoller
Distanz, Verwunderung und Empfindsamkeit. Man entdeckt eine neue Sichtweise
allzu bekannter und allzu einfach akzeptierter Dinge. Ist immer alles "normal",
nur weil wir nicht mehr darüber nachdenken? Die Geschichten machen Lust
auf mehr.
Kasseler
Texte, Gedichte, Geschichten, Glossen,...
Mosaiksteine des Alltags
Als "kraftvoll und bildhaft" bezeichnete die HNA (die größte
Tageszeitung Nordhessens) die Sprache des Dichters Anant Kumar. Sein erster
Lyrikband "Fremde Frau - Fremder Mann" ließ zu diesem Entschluß
kommen. Das zweite Buch "Kasseler Texte", eine Sammlung von Gedichten,
Kurzgeschichten und Beobachtungen, bestätigt diese Feststellung.
Auch wenn Anant Kumar im zweiten Buch seine lyrische Sprache behält, läßt
sich hier schon eine Entwicklung erkennen. Wörter wie "fremd"
oder "Fremde" treten seltener auf. Dagegen verkündet schon der
Titel "Kasseler Texte", dass sich der Dichter mittlerweile heimischer
in Kassel fühlt. die "Kasseler Texte" zeigen Indien und Deutschland
auf der gleichen ebene. Es sind Texte über Kassel, eine Stadt, in der Anant
Kumar lebt und schreibt, in der er sich auskennt, mit ihren Diskotheken, wie
die Einrichtung Gleis 1, der er einen ganzen Zyklus widmet, mit der Uni-Cafeteria,
mit der Mensa... Er fühlt sich hier zu Hause, nachts in Träumen flieht
er aber jedoch nach Indien (Geschichten: "Der Dieb und die Dieberei"
und "Bezeichnungen")
"Kasseler Texte" sind sowohl für Ausländer, als auch für
Deutsche eine amüsante Lektüre. Die ausländischen Leser werden
Kumar oft zustimmen, weil sie sich selbst in den Texten wiedererkennen. Deutsche
werden über Verhaltesweisen staunen, die sie in ihrem Heimatland nicht
vermutet hätten. Das Buch "Kasseler Texte" enthält auch
Gedichte, die weder mit der Nationalität noch mit der Stadt Kassel zu tun
haben. Der witzige "Dackel" bringt jeden zum lachen, und die Maus
im Labyrinth aus dem Gedicht "Ausweg" bewegt alle zu einer inneren
Reflexion.
Anna Narojek, M. A. (Germanistik) - vielen Dank!
Kassel - Warschau Internationaler Bund, Kassel
Die
Inderin
Eine flüchtige Begegnung
"An jenem Tag war Abdul Qasim froh und traurig" (S. 15)
Manchmal passiert es, dass man eine Person kennenlernt, aber bestimmte Umstände
verhindern eine langfristige Freundschaft. Sei es, dass der andere Mensch wegzieht
oder stirbt, vielleicht wird man auch garnicht angenommen, oder aber es fehlt
einfach die Zeit, die man für einander braucht. Bei der Inderin Sawitri,
jener Protagonistin aus Anant Kumars Buch "Die Inderin" ist es das
Ende des Buches, das die Beziehung von mir zu ihr beendet hat. Am Ende des zwölften
Prosastückes hatte ich jenes Gefühl, welches der Bangladesher Abdul
Qasim am Ende seiner Begegnung mit der jungen Inderin hatte. Dass sich die Wege
viel zu früh trennen. Dass man noch viel mehr hätte wissen und erfahren
wollen von dieser jungen Dame. Noch nie war ich der Meinung, dass ein Buch viel
zu früh zu Ende war. Zu Sawitri habe ich eine andere Beziehung aufgebaut,
als zu anderen literarischen Figuren. Als ich Josef K. oder Alexei Karamasoff
verließ, kannte ich diese, man hatte sich lange an ihnen erfreuen dürfen.
Man war durch ihr Leid mit ihnen verbunden. Und es fiel der Abschied zwar schwer,
aber ich kam drüber weg. Wie gerne hätte ich weiter den Worten der
gebildeten Inderin gelauscht, ihre Momente mit ihr verbracht. Sie ist für
mich eine sehr lebendige Person gewesen, vor allem aber weil man ihre Welt nur
kurz berührt hatte. Und mit Wehmut weiss ich, dass ich sie nie wiedersehen
werde.
Besprechung von: Jürgen Suberg (vielen Dank dafür!)
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Institut für Philosophie
Die
uferlosen Geschichten. Erzählungen
Ganz neue Erzählungen von Anant, in denen es um Legenden, Mythen, Anekdoten,
Geschichten und Gesellschaftssatiren geht. Teilweise in Deutschland, teilweise
in Indien spielend schlagen die Erzählungen eine Brücke zwischen den
beiden Kulturen.
Und
ein Stück für dich
"Ein Bilderbuch für Kinder und Erwachsene" nennt Anant Kumar dieses
Buch. Richtig - und es ist einfach wundervoll. Zum Nachlesen findet ihr die
Titelgeschichte auf meiner Seite unter den "Adventsgedichte und -geschichten".
Per Click auf das Cover oder den Titel kommt ihr direkt zum Buch bei Amazon