
Nikola Hahn wurde 1963 geboren. Nach dem Abitur und einem kurzen Abstecher zur Verwaltungsfachhochschule entschied sie sich für eine Ausbildung bei der Hessischen Polizei. 1990 wechselte sie zur Kripo und schlug die Kommissarslaufbahn ein. Seit April 2000 ist sie Kriminalhauptkommissarin. Nikola lebt ihre "Schriftstellerei" ernsthaft parallel zu ihrer anstrengenden Arbeit. Sie begann 1985 ein mehrjähriges Fernstudium in Belletristik, Lyrik und Sachliteratur, veröffentlichte Gedichte und Kurzgeschichten in Anthologien und Zeitschriften und schrieb nebenberuflich als freie Mitarbeiterin für eine Tageszeitung und für ein Berufsfachblatt. 1995 erschien ihr erstes Buch, "Baumgesicht" (Prosa und Gedichte); 1998 erschien "Die Detektivin" mit beachtlichem Erfolg. Nikola hat auch eine eigene Website: Kunst und Kommunikation mit vielen Informationen über sich und die Polizeiarbeit, Texten und anderen interessanten Dingen.
Die
Detektivin
Das Buch unterscheidet sich erfrischend vom üblichen historischen Kriminalroman
(der ja oft nur eine Mischung zwischen historischem Liebesroman und englischem
Gaslichtkrimi ist), weil die altbekannte Rezeptur einfach ignoriert wird. Der
Roman spielt im Frankfurt des 19. Jahrhunderts. Frankfurt? Keine nebelumwobene
Themse-Szenerie? Die Heldin ist eine widerborstige, heiratsunwillige (wie soll
sie da je den Helden bekommen?), intelligente und rebellierende Tochter aus
gutem Kaufmannshause. Der Held, ein preußischer Kommissar, der in Frankfurt
eher weniger gut gelitten ist, ist verheiratet. Schnell wird klar: hier steht
wirklich die Lösung des kriminalistischen Falles im Vordergrund. Immer
mehr fühlt man sich in den Fall eingebunden, rätselt und kombiniert
und mag den Roman nicht mehr aus der Hand legen.
Die
Farbe von Kristall
Hier geht die Geschichte der "Detektivin" weiter und auch die Ereignisse
des ersten Romans holen die Protagonisten hier wieder ein. Dieses Buch ist komplizierter,
aber noch mitreißender und unerträglich spannend. Nikola Hahn hat
mit dem in ihrem Beruf unabdingbaren Blick für Kleinigkeiten jedes Detail
liebevoll ausgearbeitet. Lebhaft beschreibt sie das historische Frankfurt mit
seinen Eigenheiten, sowohl in der Architektur als auch im Charakter der Bewohner.
Sehr gut recherchiert sind die Möglichkeiten der kriminalistischen Aufklärung.
Einen guter und spannender Einblick in die Geschichte der Polizeiarbeit.
Die
Wassermühle
Kein Krimi, aber eine wunderbar kurzweilige und lustig-hanebüchene Alltagsgeschichte
über den Versuch, auszusteigen. Nach 18 Jahren Ehe merkt Hedi, dass ihre
Freude daran merklich nachlässt. Die Kinder tyrannisieren sie, dem Ehemann
ist der Job wichtiger und der Haushalt nervt. Eine alte Schulfreundin, die unabhängig
und allein lebt, beeindruckt sie sehr. Als sie eine alte Wassermühle erbt,
zieht sie mit der Freundin dort ein und freut sich auf ein neues, ganz anderes
Leben - oder auch nicht? Das Buch hebt sich wohltuend von der üblichen
"Nieder-mit-den-Männern" Geschichten ab.
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