
OROPOI oder Wie die Paviane zu ihren roten Hintern kamen
(Geest-Verlag, ISBN
3-934852-77-7, Preis: 2,56 EUR portofrei ab Verlag
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Nésenas Großmutter war die älteste Frau des Dorfes und man sprach ihr das Wissen
zu, alle Kräuter und Gifte zu kennen. Es ging sogar das Gerücht um, dass sie
mit den Geistern der Vorfahren sprechen könne. Wegen ihrer Weisheit wurde sie
von vielen Menschen besucht. Die Kinder des Dorfes jedoch mochten die alte Frau
aus einem ganz anderen Grund. In den Nächten kurz vor der Regenzeit schlichen
sie zu ihr, weil sie dann die herrlichsten Geschichten erzählte. Die Kinder
nannten sie Dana, was soviel wie Oma heißt. Und wieder einmal muss sie den Kindern
die Geschichte von Oropoi erzählen, die Geschichte, wie die Paviane zu ihren
roten Hintern kamen. Wie, das werden wir natürlich nicht an dieser Stelle verraten,
das solltet Ihr schon selber lesen oder Euch vorlesen lassen.
Während der intensiven Zeit eines Projektes in Ostafrika kam Büchel die Idee
zu einer Kindergeschichte, die sich mit der Thematik des Fremden und Eigenen
auseinandersetzte. Es entstand in der Folgezeit das broschierte & illustrierte
Kinderbuch mit dem Titel "Oropoi oder Wie die Paviane zu ihren roten Hintern
kamen." Diese Geschichte bildet den erzählerischen Grundstock seines Kultur-
und Literaturprojektes für Grundschulen - "Oropois Land" - mit welchem er in
den vergangenen zwei Jahren bereits etliche Grundschulen im gesamten Bundesgebiet
besuchte. Im Rahmen von Schulfesten fand das Projekt ebenso Verwendung wie auch
integriert in Unterrichtsreihen zu den Themen Fremde, Afrika, Kulturen dieser
Welt etc.
Das Projekt für 1. bis 4. Klassen ist auf zwei Zeitstunden pro Klasse/Gruppe
ausgerichtet. In vier Elemente lässt es sich gliedern. In der ersten Phase findet
das Abrufen bereits vorhandenen Wissens über Afrika statt. Die meist aus Medien
herrührenden Bilder werden gesammelt und anschließend mit eigenem Bildmaterial
in Frage gestellt. Anhand einer Vielzahl projizierter Fotos wird das Bild der
afrikanischen Fremde erweitert, differenziert und ganz allmählich - durch das
Aufzeigen von Parallelen zu unserer eigenen Kultur - vertraut gemacht. Kenianische
Dörfer und Metropolen wie Nairobi werden im Kontrast gezeigt, Savannenlandschaften
sind neben solchen zu sehen, die auch in der Eifel liegen könnten, Fotos aus
kenianischen Grundschulen, Fotos vom Marktplatz, von Einkaufsläden und aus Küchen
ergänzen die Eindrücke.
In der zweiten Phase schlüpft Simak Büchel in die Rolle eines Geschichtenerzählers,
hockt sich vor der Tafel auf den Boden und entwirft um sich her die Ausgangssituation
des Kinderbuches: Die kenianische Nacht bricht herein, eine alte Frau sitzt
vor ihrer Hütte und wartet auf die Kinder des Dorfes, denen sie Geschichten
erzählen kann. Die Schulkinder werden in die Geschichte integriert, werden -
wie der Erzählende selbst - Teil der Geschichte von Oropoi und den Pavianen.
Jedes einzelne Tier aus "Oropoi" erhält seine ureigene Sprache, seine gestischen
und mimischen Eigenarten, so dass den Kindern - immer eingebunden in das Erzählen!
- Geschichten als etwas Lebendiges begreifbar werden.
Phase drei und vier werden durch weitere Methodenwechsel aufgelockert. In ihnen
wird eine Vielzahl kenianischer Gebrauchs- und Alltagsgegenstände gezeigt und
erklärt. Kinder werden in Lhesos, Fees, und Kopftücher gekleidet, um das Bild
der kenianischen Kultur noch weiter zu verdichten. Gespräche über das Anderssein
in einer fremden Kultur beschließen das Projekt. Der Autor berichtet neben einer
Vielzahl heiterer und skurriler Anekdoten auch, wie ein Säugling zu weinen begann,
als er ihn - als ersten Europäer seines Lebens - zu Gesicht bekam, oder wie
Kinder versuchten, die helle "Farbe" von seinen Armen zu reiben. "Kennt ihr
das Spiel: Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?", ist eine der Fragen aus Phase
vier. "Wie glaubt ihr, müsste das Spiel in Kenia heißen?"…
Terminabsprache
für OROPOIS LAND: über Simak Büchel - c/o Schneider - Marienstr. 28 - 53773
Hennef - 0228-90 93 678 - simak@t-online.de Bisherige Projektorte von OROPOIS
LAND :
Grundschulen in:
Westerhausen (30.09.01), Ahlhorn (09.12.01), Oldenburg (18.12.01), Vechta (23.02.02),
Isselburg (08.03.02), Hoyerswerda (24.05.02), Lemförden (31.05.02), Brühl (31.03.03),
Schönenberg (07.05.+09.05.03), Dortmund (11.06.03), Hausdorf (23.09.03), Machern
(26.09.03), Grimma (01.10.03)
Darüber hinaus:
Haus der Geschichte Bonn (Messe Mirgration), Köln (Lesefördergruppe hörgeschädigter
Kinder).
Im Oktober 2003 wurde OROPOIS LAND von der Stiftung Lesen in das "Ideenforum
Schule" aufgenommen (www.ideenforumschule.de - Service/Information - Unterrichtsmaterial/Publikationen).
Darüber hinaus brachte die Fachzeitschrift "Grundschule" des Westermann-Verlags
in ihrer Ausgabe 10/03 einen Veranstaltungshinweis zu OROPOIS LAND. Und Teil
des offiziellen Programms von "Käpt´n Book - Lesefest Bonn" ist es überdies
geworden (November 2003).