
Unter dem Pseudonym "Don Alphonso" schreibt ein Wirtschaftsjournalist, der eigentlich Kunsthistoriker ist, seit Jahren für die Website Dotcomtod.de ". Er versorgt seine Leserschaft mit Insidermeldungen, Gerüchten über die sogenannten Dotcom-Unternehmen. Auf dem Höhepunkt der New Economy war er extrem gefürchtet. Kaum einer kennt diese Szene besser. Nun hat Don Alphonso einen Roman geschrieben, witzig, bösartig und prägnant, der kein "Schlüsselroman" sein soll - dennoch hat man das Gefühl, jeden einzelnen Typen zu kennen. Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Unternehmen sind nicht wirklich rein zufällig.
Liquide
Sommer 2001 in der "Munich Area": Noch feiern die Start-Up Gründer mit ihrem
letzten Venture Capital Zuschuss heftige Parties, ziehen sich ein paar Lines
und düsen gegen Mittag mit ihren Luxusgeschäftswagen in ihre Luxusbüros, um
dort mal kurz die Marketingmanagerin flach zu legen. Doch das Ende ist schon
greifbar nahe und die Buffets auf den Parties sind auch nicht mehr, was sie
mal waren. In dieser Zeit der Unruhe schickt ein Investor ein Team los, um seine
Investitionen zu retten. Diese drei, zynisch, enttäuscht und psychisch angeschlagen
liquidieren nicht nur aus Geldgier, sondern auch aus persönlichen Motiven. Ein
rabenschwarzes Sittengemälde einer Szene, die von Medien und Politik hochgepuscht
wurde, um kurz darauf sehr tief zu fallen.
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