
Einige Biografien auf meiner Seite sind über Menschen, die während der Nazi-Diktatur lebten und wirkten. Ein denkender Mensch zu jener Zeit konnte nicht in seinem Kämmerchen sitzen und die Heide besingen. Ein denkender Mensch war gezwungen, Stellung zu beziehen, zu sehen und zu entscheiden, ob er ein denkender - aber gefährdeter - Mensch bleiben wollte oder ob er seine Gesinnung gegen das Parteibuch tauschte.
Die Standhaften, die Mutigen, die Denkenden - das sind die, die ich bewundere. Weil sie denkende Menschen waren, wurden sie fast zwangsweise Opfer des Nationalsozialismus. Das ist unabhängig davon, ob sie in Deutschland blieben oder im Exil lebten, und davon, ob sie das Glück hatten diese Zeit zu überleben. Aber seine Gesinnung, seine Weltsicht auch gegen die Herrschenden zu bewahren, gegen Repressalien und unter Lebensgefahr - das zeugt von Mut. Echtem Mut.
Ist diese Art von Mut eigentlich heute noch aktuell? Brauchen wir das? Wir, die lieber vor dem Bildschirm sitzen oder auf der Couch, fernsehend - meist mit ausgeschaltetem Gehirn. Braucht man für das Leben in unserer Zeit noch diese Art aktiven Mut? Ich denke, wir brauchen ihn mehr denn je. Wir stellen uns blind, taub und stumm und lassen alles mit uns geschehen. Wir akzeptieren, dass AIDS-Kranke zu Ausgesetzten werden. Dass eine Handvoll Rechtsradikaler neue Einwanderungsgesetze diktiert. Dass Politik über unsere Köpfe hinweg gemacht wird. Wir lassen uns wieder bestimmen. Und wie schnell es geht, dass einer die Gelegenheit ergreift ein müdes, arbeitsloses und deshalb sozialschwaches Volk in den Untergang zu führen, wissen wir.
George Byron
Lord Byrons Lebensgeschichte ist schon fast ein eigener Roman.
Heinrich Heine
"Denk ich an Deutschland in der Nacht..."
Mark Twain
Ein unruhiger Mensch, der bissig und sehend durch viele Berufe und Länder
reiste.
Christian Morgenstern
Leben um jeden Preis - trotz Krankheit jede Minute seines Lebens nutzen.
Erich Fried
Der große Meister kurzer Worte. Seine Lyrik gehört immer noch zu
den beliebtesten Gedichten. Ein Kämpfer in allen Zeiten.
Hermann Hesse
Der Schriftsteller, der Generationen geprägt hat. Hesse ist weder einfach
noch bequem - und auch nicht mit einem Satz zu umschreiben.
Yolanthe
Bei den Schriftstellern habe ich eigentlich nichts zu suchen, aber ich passe
auch in keine Schublade.
Erich Ohser
Bekannt als e.o. plauen: Der Zeichner, der zusammen mit Kästner nach
Berlin kam und zusammen mit Ossietzky den Tod fand.
Die Geschwister Scholl
Eine Handvoll Studenten als Sandkorn im Getriebe des Nationalsozialismus.
Bertolt Brecht
Er hat wundervolle Sachen geschrieben, kann sich aber nicht recht von der
Aura des "Salonkommunisten" befreien. Zwiespältig.
Erich Kästner
Für mich der unübertroffene Meister der realistischen Literatur.
Kästner prägte den Ausdruck "Gebrauchslyrik". Er hat mich
auf die Literatur der 20er und 30er Jahre gebracht und meine Liebe zu klaren
Worten geweckt.
Else Lasker-Schüler
Ihr Poesie ist wunderschön: sinnliche und gefühlvolle Liebeslyrik.
Sie lebte ihr Leben sehr eigenwillig und die Beziehungen zu Benn und Trakl
hatten sicher großen Einfluss.
Joachim Ringelnatz
Ein unruhiger Geist, Satiriker, Maler, Lyriker - Ringelnatz ist auch in seinen
Werken so vielseitig wie in seinem Leben.
Kurt Tucholsky
Tucho - in seiner Weigerung, sich dem Regime zu beugen, belegte er sich in
den letzten Jahren leider selbst mit Veröffentlichungsverbot. Ein ungewöhnlicher
und ungewöhnlich konsequenter Mensch.